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Internationaler Wettbewerb in den Wirtschaftswissenschaften

Hier sind Köpfchen und Teamgeist gefragt

Von Unispectrum live
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Im kanadischen Montreal messen sich jedes Jahr Teams aus aller Welt bei einem wirtschaftswissenschaftlichen Wettbewerb. Es gilt, in kürzester Zeit die Situation eines Unternehmens zu analysieren, Ideen für Verbesserungen auszuarbeiten und alles einer Jury überzeugend vorzustellen. Mit dabei war auch ein studentisches Team der TUK.

Sich in drei Stunden aus einer 30-seitigen wirtschaftswissenschaftlichen Analyse zu einem Unternehmen, einer sogenannten Fallstudie, die wichtigsten Punkte in einer Präsentation zusammenzufassen – das Ganze noch auf Englisch – und die Arbeit am Schluss vor einer Jury zu präsentieren, darum geht es beim Wettbewerb „John Molson MBA International Case Competition“. Er findet jedes Jahr an der John Molson School of Business an der Concordia Universität in Montreal statt.

Die Teams kommen aus allen Teilen der Welt – auch die TUK war hier vertreten: Die Masterstudentin Julia Todea und ihre Kommilitonen Marco Haßdenteufel, Lukas Renner und Kevin Schmitt haben sich dieser Herausforderung gestellt. Ähnlich wie Unternehmensberater müssen die Teilnehmer unter anderem untersuchen, an welchen Stellen das Unternehmen krankt, was besser laufen könnte und wie dies etwa umgesetzt werden kann.

Um sich auf diesen Wettbewerb vorzubereiten, ist ein langer Atem notwendig. Die Arbeiten dazu fangen schon im Sommersemester, knapp ein Jahr zuvor, an. „Wir bieten am Lehrstuhl für Marketing dazu das Seminar Case Challenge I an, in dem wir den Studierenden vermitteln, wie sie am besten an solche Fallstudien herangehen und sie auf Englisch präsentieren“, sagt Christopher Pütz, der sich um den Wettbewerb kümmert und das Team betreut. Die Teilnehmer lernen dabei unter anderem, wie sie Hintergrundwissen über Industrien, Regionen und Strategien des in der Fallstudie vorgestellten Unternehmens recherchieren können.

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Wir haben als Team gut zusammengearbeitet, sonst hätte es nicht so gut geklappt.

Julia Todea

Julia Todea wollte schon das Jahr davor mitmachen, hatte es aber aus Zeitgründen nicht geschafft. „Eine Freundin hatte mir davon erzählt, also habe ich zunächst das Seminar besucht“, sagt die 26-Jährige, die im vierten Semester BWL mit technischer Qualifikation studiert. Ihren Teampartner Haßdenteufel hat das Interesse an Fallstudien zum Seminar gebracht. „Ich hatte zuvor einen Kurs zum Gründungsmarketing besucht, da ging es auch um solche Studien. Da ich mehr darüber lernen wollte, habe ich das Seminar belegt.“

In jedem Wintersemester haben vier Teilnehmer des Seminars die Gelegenheit, ihr Wissen zu vertiefen und am Wettbewerb in Montreal teilzunehmen. Pütz bereitet sie dabei auf die anstehende Aufgabe vor. „Das war sehr zeitintensiv“, sagt Haßdenteufel, der ebenfalls BWL mit technischer Qualifikation studiert. „Wir haben uns mehrfach in der Woche getroffen, um anhand von Fallstudien zu üben.“ Dabei hat das Team auch aufgeteilt, wer welche Aufgaben übernimmt, etwa eine Analyse zu erstellen, die finanziellen Gegebenheiten zu überprüfen und Strategien auszuarbeiten. „Am Ende müssen diese Punkte in einer ansprechenden Präsentation zusammengefasst werden. Dabei müssen alle unsere Angaben auch realistisch sein “, sagt der 27-jährige Student. „Jeder von uns hat seinen Beitrag geleistet.“ Und Todea ergänzt: „Wir haben als Team gut zusammengearbeitet, sonst hätte es nicht so gut geklappt.“

Anfang Januar war es dann endlich so weit. Die Zeit der Vorbereitung war zu Ende: Gemeinsam mit Coach Pütz ging es für die vier nach Montreal. Dabei haben einen Teil der Reisekosten unter anderem die Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners sowie Promos, ein Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes,  übernommen. „Zu der Zeit waren es dort fast -30°C“, sagt Haßdenteufel. Keine idealen Temperaturen, um sich viele Sehenswürdigkeiten anzusehen. Aber dafür hatte das Team auch wenig Zeit, denn es galt, sich in der Vorrunde der Konkurrenz zu stellen.

36 Teams sind an den Start gegangen. Jedes davon musste an denselben Fallstudien arbeiten: Je zwei Teams haben im Anschluss ihre Arbeit einer Jury vorgestellt. „Wir haben in der Woche insgesamt sechs Fälle bearbeitet“, sagt Todea. Im Fokus standen Start-ups und kleinere Unternehmen. „Hier muss man sich ganz anders aufstellen als bei großen globalen Unternehmen, die zum Beispiel viel mehr Geld für neue Entwicklungen haben“, sagt Haßdenteufel.

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Man lernt, hinter einer Lösung zu stehen und seine Arbeit zu verkaufen. Das war für uns alle etwas Besonderes.

Marco Haßdenteufel

In den Pausen des Wettbewerbs haben die Kaiserslauterer auch Kontakte zu den anderen Teams knüpfen können, nicht nur zu den deutschen Teilnehmern aus Paderborn und Düsseldorf, sondern beispielsweise auch zu einem Team aus Uruguay.

Am Ende hat es das Team aus Kaiserslautern zwar nicht bis ins Finale geschafft, aber die Erfahrung möchte es nicht missen. „Ich arbeite jetzt überlegter und strategischer“, sagt Todea. Und Haßdenteufel ergänzt: „Man lernt, hinter einer Lösung zu stehen und seine Arbeit zu verkaufen. Das war für uns alle etwas Besonderes.“ Das helfe auch im Studium und sicher auch später im Beruf.

Mittlerweile haben Todea, Haßdenteufel und ihre Kommilitonen Gefallen an dieser Form des Wettkampfs gefunden: So sind sie kürzlich beim Wettbewerb „Tournament in Management and Engineering Skills“ (TIMES) gestartet. In Berlin haben sie sich im Halbfinale durchgesetzt. Anfang April geht es für das Team zum Finale nach Wien. 
 

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Erstellt
am 21.03.2018 von
Melanie Löw