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Headis

Sport mit Köpfchen

Von Unispectrum live • Melanie Löw
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Die Doktorandin Margarita Mármol Fernández ist amtierende Headis-Weltmeisterin. Dafür trainiert sie mehrmals in der Woche auf dem Campus der TU. Dabei führte sie eher der Zufall zu der Sportart.

Margarita Marmol Fernandez arbeitet derzeit an ihrer Doktorarbeit bei Professor Sauer im Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Sie beschäftigt sich mit Computersimulationen von Wälzlagern. Darüber hinaus hat die junge Spanierin ein besonderes Hobby und wohl auch ein besonderes Talent. Sie ist derzeit die zweifache Weltmeisterin im Kopfballsport Headis.

Zu der Sportart ist die gebürtige Spanierin eigentlich durch Zufall gekommen. „In Spanien musste man für die meisten Sportarten bezahlen“, sagt Fernández, die zunächst an der Universität Carlos III in Madrid Maschinenbau studiert hatte, bevor sie mit einem Erasmus-Stipendium nach Kaiserslautern kam. „Hier beim Unisport gab es hingegen jede Menge kostenfreie Angebote, die ich ausprobiert habe.“ So landete sie schließlich beim Headis. „Das hat mir damals sehr gut gefallen. Es hat Spaß gemacht und die Leute waren sehr nett“, erinnert sie sich.

Seit 2008 gibt es offizielle Turniere in der Sportart, die auch als Kopfball-Tischtennis bekannt ist. Gespielt werden zwei Gewinnsätze mit jeweils elf Punkten an normalen Tischtennis-Platten. Dabei darf der Ball nur mit dem Kopf berührt werden. Die Weltmeisterschaft findet jedes Jahr in Kaiserslautern statt – jeweils an verschiedenen Orten.

Als die Doktorandin vor gut drei Jahren bei ihrem ersten Turnier in Trier antrat, war der Erfolg noch weit entfernt. Doch dies sollte sich ändern. „Mittlerweile habe ich an rund 40 Turnieren teilgenommen und viele Erfahrungen gesammelt“, sagt die zierliche Frau. Das hat sie bei den Turnieren schließlich bezahlt gemacht: 2016 wurde sie das erste Mal Weltmeisterin. Dieses Jahr hat die 27-Jährige sogar ihren Titel verteidigt.

Bei der Weltmeisterschaft traten über 170 Sportler aus ganz Europa und zum Teil aus Asien an: Rund 140 Männer und 30 Frauen. Zunächst gilt es die Gruppenphase zu überstehen, bevor es für die Teilnehmer in der KO-Runde über Achtel-, Viertel und Halbfinale bestenfalls ins Finale geht.

Fernández trainiert ungefähr viermal in der Woche, meist auf dem Campus mit ihrem Team, einmal in der Woche nutzt sie aber auch das Trainingsangebot des FC Kaiserslautern. Zudem macht sie Krafttraining. „Das habe ich am Anfang nicht gemacht“, sagt sie. „Da habe ich gemerkt, dass ich mich im Halbfinale nicht mehr so gut bewegen kann.“ Insbesondere die Oberschenkel werden durch die halb-hockende Haltung bei Headis gefordert. „Das zusätzliche Training hilft hier sehr.“

In ihrer Heimat Spanien kennt man Headis noch nicht. „Wenn ich zu Hause bin, habe ich aber auch nicht so viel Zeit, um Werbung dafür zu machen. Dann stehen eher Freunde und Familie im Vordergrund.“

Der Weltmeistertitel 2016 hat ihr sogar eine Nominierung zur Sportlerin des Jahres in Rheinland-Pfalz eingebracht. „Das hat mich sehr gefreut“, sagt sie nicht ganz ohne Stolz. Vielleicht bringt ihr der diesjährige Meistertitel erneut eine Nominierung ein. Mit ihrem Sport möchte sie auf alle Fälle weiter machen – hoffentlich auch so erfolgreich. Der Sport liegt gewissermaßen in der Familie: Sie wird nächstes Jahr Headis-Erfinder Rene Wegner heiraten. „Ich bin sicher, dass ich bei Headis bleiben werde.“

Bild des Benutzers Julia Väth
Erstellt
am 27.09.2017 von
Julia Väth