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Zum BWL-Seminar aufs Segelschiff

Leinen los und Segel hissen

Von Unispectrum live
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Im Sommersemester bietet der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der TU Kaiserslautern Seminare auf einem Segelschiff an. Patric Kleine war bereits viermal an Bord, zweimal als studentische Hilfskraft, zweimal als Teilnehmer des Seminars.

Während ihre Kommilitonen in Hörsälen und Seminarräumen sitzen, um den Dozenten zu lauschen, heißt es für eine Reihe von Studentinnen und Studenten jedes Jahr im Sommersemester: Leinen los und Segel hissen.

Patric Kleine ist ein „alter Hase“, wenn es ums Segeln geht. Der Student war schon viermal mit an Bord, einmal auf dem Ijsselmeer, dreimal in der Ostsee, von wo er vor Kurzem zurückgekommen ist. „Ich hatte damals von Freunden davon gehört und mich für das Seminar angemeldet“, sagt Kleine, der im sechsten Semester im Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen Fachrichtung Informatik studiert. „Es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich im Anschluss direkt als studentische Hilfskraft beworben habe.“

© Patric Kleine

Man muss schon Teamgeist besitzen, sonst geht es nicht.

Patric Kleine

Als Hilfskraft musste sich Kleine etwa um die Versorgung der Kursteilnehmer kümmern. „Die meisten Lebens- und Putzmittel kaufen wir vor der Fahrt in Kaiserslautern“, erzählt er, „den Rest, wenn wir mit dem Schiff im Hafen liegen.“ Vor jedem Seminar finden zwei Vorbesprechungen statt, bei denen etwa die Teams eingeteilt, die Mahlzeiten an Bord geplant und die Seminarthemen besprochen werden.

Zu Kleines Aufgaben zählte neben der Verpflegung auch, die Unterrichtsmaterialien für das Seminar zusammenzustellen und an Deck klar Schiff zu machen. Nachdem im Jahr darauf eine Hilfskraft abgesprungen war, war Kleine wieder dabei.

In diesem Semester ist er wieder als Seminarteilnehmer mitgefahren. Im Seminar steht jedes Mal ein bestimmtes Wirtschaftsthema im Fokus. „Wir haben uns die Stromnetze in Deutschland genauer angeschaut und in Referaten näher erläutert“, fährt der Student fort. „Ich habe mich mit einem Kommilitonen zum Beispiel mit dem Monopol von Stromanbietern befasst.“ Zudem müssen die Teilnehmer die Referate von einem anderen Team in Form eines Koreferats begleiten. „Auf dem Schiff hat man die Möglichkeit, sich viel intensiver mit einem Thema auseinanderzusetzen. Wir haben hier viel mehr Zeit und können auch in Ruhe diskutieren“, nennt er als Vorteil. „Das ist im laufenden Semester an der Uni so gar nicht möglich.“

Darüber hinaus wird das Gemeinschaftsgefühl gestärkt: „Das Schiff ist zwar groß, aber mit rund 30 Leuten ist der Platz schon begrenzt“, fährt er fort. „Man muss schon Teamgeist besitzen, sonst geht es nicht.“ Jeder auf dem Schiff muss seinen Beitrag leisten, sei es beim Segeln oder auch beim Kochen. „Das ist gar nicht so leicht, für alle Leute an Bord ein Drei-Gang-Menu zuzubereiten“, weiß Kleine. „Aber es funktioniert.“ Insgesamt sind die Tage auf dem Schiff gut durchgeplant. Nach dem Frühstück helfen die Teilnehmer der Crew beim Segeln, danach stehen die Referate an.

Bei der Tour Anfang Juni ging es mit dem Schiff „Elegant“ von Kappeln in Schleswig-Holstein über die dänische Insel Lyö nach Sonderborg auf der dänischen Insel Alsen. „Jeden Abend haben wir einen anderen Hafen angelaufen“, erzählt er. Auch abends standen wieder Referate an. Allerdings geht es dabei zum Beispiel um die Geschichte der Ostsee-Anrainerstaaten oder das Ökosystem der Ostsee. „Das ist sehr spaßig und unterhaltsam.“

Bild des Benutzers Melanie Löw
Erstellt
am 28.07.2017 von
Melanie Löw