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Uni Big Band heizt auch fernab des Campus mit ihrer Musik ein

Fetziger Swing, heiße Latin-Rhythmen, moderne Popmusik – dafür ist die Big Band der TU in Kaiserslautern und Umgebung bekannt. Doch auch den bundesweiten Vergleich müssen die Musiker nicht scheuen. Im Mai konnte die Band mit ihrer Leistung punkten: Sie hat in Ulm bei Deutschen Orchesterwettbewerb den 2. Platz belegt.

Von Unispectrum live • Melanie Löw

Einmal in der Woche wird es laut auf dem Campus der TU – dann spielen Saxophone, Trompeten, Posaunen, Klavier, Bass, Gitarre und Schlagzeug laut auf: Jeden Mittwochabend von 19.30 bis 22 Uhr steht die Probe der Uni-Big Band an. Thomas Weithäuser, der Leiter der Band, kommt dazu mit rund 25 Studenten, Doktoranden und Absolventen, die sich nach wie vor in der Band engagieren, zusammen. Die Besetzung der Uni-Big Band besteht aus einem klassischen Ensemble von 16 Musikern. „Wir haben zwar an vielen Positionen eine Doppelbesetzung. Die Musiker stimmen sich aber untereinander immer ab, wer welches Stück spielt. Das klappt sehr gut“, weiß Weithäuser.

Bei der Organisation unterstützt wird der Band-Leiter vor allem von Doktorand Jakob Barth und dem 70-jährigen Rolf John, der der Band seit Jahren die Treue hält: Die beiden Musiker kümmern sich um alle möglichen Belange, planen zum Beispiel Reisen, lassen Plakate drucken, buchen Hotels und Veranstaltungsräume. Aber auch Ulrike Annecke und Jana Schmidt von Campus Kultur stehen der Uni-Big Band mit Rat und Tat zur Seite.

In jedem Semester studieren Weithäuser und seine Band ein neues Programm ein. „Neben klassischen Swingstücken für Big Bands möchten wir mit anderen Musikstücken Akzente setzen, um uns von der Masse etwas abzuheben“, so Weithäuser, der im Hauptberuf als Lehrer in Otterberg tätig ist. „Außerdem suche ich immer wieder anspruchsvollere Stücke heraus, die die Band einstudieren soll.“ Damit alles reibungslos klappt, müssen die Musiker neben der Probe üben, üben und noch einmal üben. „Da kommt schon jeden Tag eine Stunde zusammen“, weiß Weithäuser.

Dieser Erfolg hat uns sehr gefreut.

Thomas Weithäuser

Dass sich dieser Fleiß aber auszahlt, haben die Musiker nun gesehen, als sie im Mai beim Bundeswettbewerb in Ulm den zweiten Platz belegt haben. Die Kaiserslauterer Band präsentierte hierbei verschiedene Stücke von Latin über Swing bis Funk. Mit Songs wie „A Night in Tunisia“, „A Warm Breeze“ und „A Few Good Men“ konnte sie die Jury von ihrer Spielfreude und ihrer Qualität überzeugen. Mit dem zeitgenössischen Stück „Spring Relief Spell“ des US-amerikanischen Komponisten Geoffrey Keezer konnten die Musiker ebenfalls punkten und sich eine Nominierung für die Sonderkategorie „Beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes“ sichern. „Dieser Erfolg hat uns sehr gefreut“, sagt Weithäuser, der die Band nun schon seit über 20 Jahren leitet und stolz darauf ist, dass seine Musiker die eingeübten Musikstücke auf solch einem hohen Niveau spielen. Darüber hinaus weiß Weithäuser es zu schätzen, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen, da man Kontakte zu anderen Uni-Big Bands wie etwa aus Berlin und Leipzig knüpfen könne.

Die Big Band der TU tritt im Semester rund ein- bis zweimal auf dem Campus auf, dabei steht auch jedes Mal ein Konzert mit einer befreundeten Big Band auf dem Programm. Die Konzerte der Uni-Band werden vom Publikum gut angenommen. „Zu den Konzerten im Audimax kommen jedes Mal rund 300 Menschen“, so Weithäuser, der mit seinen Bandkollegen bereits zwei CDs aufgenommen hat. Außerdem veranstalten die Kaiserslauterer Musiker Konzerte in der Umgebung und reisen für das ein oder andere Konzert etwas weiter. So stand für Anfang Juni schon der nächste Termin im Kalender: Wieder ein Wettbewerb. Es ging in die Niederlande nach Amsterdam, wo sich die Kaiserslauterer der internationalen Konkurrenz stellen mussten. „Die Jury hat unseren Auftritt als sehr gut vorbereitet und sophisticated, also anspruchsvoll, bewertet“, berichtet Weithäuser. Die Musiker mussten sich aber dem endgültigen Gewinner, der niederländischen Westcoast Bigband, geschlagen geben. Jedoch wurde Maximilian Kohns mit seinem Saxophone als bester Solist mit einem Geldpreis ausgezeichnet.

Und wer jetzt Lust hat, ein Konzert der Big Band zu besuchen, muss sich nicht lange gedulden, im Juli wird es zum Semesterabschluss wieder einen Aufritt in der Aula geben.