© AG Spraul
Studentische Projektarbeiten in den Wirtschaftswissenschaften

Nachhaltige Fischzucht und umweltfreundliches Wohnen

Von Unispectrum live
1.033K Views | 0 Notes
Im Rahmen einer Projektarbeit haben zwei studentische Teams eine Wohnungssiedlung und eine Fischzuchtanlage unter die Lupe genommen und Artikel darüber geschrieben. Beide Arbeiten sind auf einer internationalen Webplattform über Nachhaltigkeitsinnovationen erschienen.

Im Studium heißt es oft Bücher durchwälzen, Übungen für das nächste Tutorium fertig machen oder die Hausarbeit für das Seminar schreiben – um neben der ganzen Theorie auch Praxisluft zu schnuppern, gibt es in vielen Studiengängen an der TUK Projektarbeiten – auch in den Wirtschaftswissenschaften ist dies der Fall.

So mussten sich auch die Studenten Lorenzo Burcheri, Patrick Theisen und Vadym Lutskyy sowie ihre Kommilitonen Joshua Bißbort und Marc Klein dieser Aufgabe stellen. Sie haben im vergangenen Wintersemester am Lehrstuhl für Sustainability Management bei Professorin Dr. Katharina Spraul ihre Studienprojekte abgeschlossen.

„Wir haben uns unter anderem mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, den Global Goals, beschäftigt“, sagt Burcheri. „Die Vereinten Nationen haben sie im September 2015 verabschiedet.“ An ihnen können sich zum Beispiel Unternehmen orientieren, um sich langfristig auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene zu positionieren. Zu den Zielen zählen zum Beispiel Themen wie Armut, Hunger und Bildung.

Ihre Aufgabe lautete, ein Unternehmen zu suchen, das diese Ziele in der Praxis beherzigt. Aber damit allein damit war es nicht getan. Die Teams mussten über das Projekt außerdem einen Artikel für das Online-Portal „aim2flourish“ verfassen. Die Webplattform stellt Nachhaltigkeits-Innovationen in Unternehmen aus aller Welt vor. Dabei sollten sie  einem Interviewpartner aus dem Unternehmen Fragen stellen und den Artikel mit Bildern und Filmen ausschmücken. „Für die Fragen hatten wir einen Leitfaden, den die Webplattform anbietet und an dem wir uns orientiert haben“, sagt Lorenzo Burcheri, der Wirtschaftsingenieurwesen Studienrichtung Umwelt und Verfahrenstechnik im sechsten Semester studiert.

Burcheri und seine Mitstreiter Patrick Theisen und Vadym Lutskyy haben sich dazu die Arbeitersiedlung „Brunckviertel“ vorgenommen. Die Siedlung wurde ursprünglich in den 1930er vom Chemie-Unternehmen BASF in Ludwigshafen gegründet, um den Mitarbeitern günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Im Laufe der Jahre hat sich die Tochtergesellschaft „BASF Wohnen und Bauen“, die die Siedlung verwaltet, beschlossen, hier nachhaltig zu wirtschaften. „Es gibt zum Beispiel Häuser, die ohne Heizkosten auskommen“, sagt Burcheri weiter. „Bei der Sanierung der Gebäude vor ein paar Jahren hat man darauf geachtet, dass die Häuser gedämmt werden, um den Energieverbrauch zu senken.“ Die Wohnsiedlung dient mittlerweile für viele Wohnungsgesellschaften als Vorbild.

Für ihre Arbeit haben die drei Studenten mit Ralf Werry, dem ehemaligen Leiter des Projektes gesprochen. Er hat ihnen für ihren Beitrag auch Luftaufnahmen zur Verfügung gestellt. Zudem haben die angehenden Wirtschaftsingenieure ein eigenes Video gedreht. „Das ist schon etwas Anderes als das theoretische Arbeiten im Studium“, sagt Vadym Lutskyy, der Wirtschaftsingenieurwesen Studienrichtung Maschinenbau studiert. „Wir mussten zunächst an die Kontakte kommen und dann vor Ort Termine ausmachen.“

Das Brunckviertel

www.youtube.com/watch?v=Cs872VWqFi0

Mit nachhaltiger Fischzucht haben sich hingegen Joshua Bißbort und Marc Klein beschäftigt. Dazu haben die beiden Studenten in ihrem Artikel die Meeresfischzuchtanlage Fresh im saarländischen Völklingen vorgestellt und dazu auch den Geschäftsführer Peter Zeller interviewt. „Wir waren mit unserer Arbeit etwas spät dran und hatten nicht viel Zeit“, sagt Bißbort, der 23-Jährige studiert ebenfalls Wirtschaftsingenieurwesen Studienrichtung Maschinenbau. „Herr Zeller hat sich aber für unseren Termin viel Zeit genommen und uns die Anlage mit den Aufzuchtsbecken gezeigt und auch ausführlich unsere Fragen beantwortet“, fährt Kommilitone Klein fort, der im achten Semester Wirtschaftsingenieurwesen Studienrichtung Maschinenbau eingeschrieben ist.

Nachdem beide Teams sich vor Ort selbst ein Bild über die Projekte gemacht haben, hieß es für sie das Ganze auf Papier zu bringen – ähnlich wie Journalisten. Geholfen hat ihnen dabei die Betreuerin am Lehrstuhl, Dr. Ekaterina Ivanova. „Sie hat uns immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden“, sagt Patrick Theisen. „Sie hatte immer ein offenes Ohr, wenn wir Fragen gehabt haben.“

Rückblickend sind die Studenten froh, das Seminar belegt zu haben. „Wir konnten uns vor Ort etwas anschauen, das macht man im Studienalltag sonst nicht“, sagt Burcheri. „Auch war es eine gute Erfahrung, zu sehen, wie Unternehmen nachhaltig wirtschaften“, ergänzt Klein.

Die Artikel sind mittlerweile bei der Online-Plattform erschienen. Doch damit ist es nicht getan. Am Ende des Jahres werden die besten Artikel ausgezeichnet. Mit etwas Glück sind die Kaiserslauterer Studenten mit dabei.

Die Artikel auf der Webplattform

Wer sich für die Artikel interessiert, wird hier fündig:

http://aim2flourish.com/innovations/the-brunck-residential-quarter-energy-efficient-and-sustainable-housing

http://aim2flourish.com/innovations/default-title-1736

Bild des Benutzers Melanie Löw
Erstellt
am 09.05.2018 von
Melanie Löw