© IBM Deutschland
Deutschlandstipendium

Mit Herz und Mut von der Weinstraße zum finnischen Schiffsbauer

Von Unispectrum live
572 Views | 0 Notes
Absolventin Anca Iacob hatte während des Studiums ein Deutschlandstipendium. Es hat ihr nicht nur geholfen, Kontakte zu anderen Kommilitonen zu knüpfen, sondern auch zu ihrem heutigen Arbeitgeber, dem Technologieunternehmen IBM. Für ihn ist sie derzeit in Finnland bei einem Schiffsbauer tätig.

Im Moment ist Finnland unter der Woche ihr Zuhause: Die Wirtschaftsingenieurin Anca Iacob berät hier einen Hersteller von Kreuzfahrtschiffen bei der Produktion. Das notwendige Rüstzeug dafür hat die 26-Jährige an der TU Kaiserslautern erlernt. Seit 2016 arbeitet sie für das Technologieunternehmen IBM in der Beratung. Dass sie nun für den Konzern einen Kunden in Skandinavien betreut, hat sie auch dem Deutschlandstipendium zu verdanken.

Doch der Reihe nach: Vor sieben Jahren zog die junge Frau extra von Rumänien zum Studium nach Kaiserslautern: Sie hatte sich für Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Informatik entschieden. „Meine Deutschkenntnisse waren damals gerade so gut, dass es für eine Zulassung zum Studium gereicht hat“, erinnert sie sich. Aber mit der Sprache klappte es schnell. „Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden“, sagt sie akzentfrei. „Meine Kommilitonen haben mich sehr unterstützt.“

Vom Deutschlandstipendium hatte sie zuvor zwar schon gehört, aber sich zunächst nicht getraut, sich zu bewerben. „Ich habe mir keinen Chancen ausgerechnet und gedacht, dass es bessere Kandidaten gebe“, sagt sie rückblickend. Das Deutschlandstipendium ist ein Förderprogramm der Bundesregierung, bei dem junge Talente zum einen von einem Förderer mit 150 Euro monatlich unterstützt werden, weitere 150 Euro steuert der Bund bei. Bei der Auswahl der Stipendiaten werden Leistung und Begabung der Kandidaten berücksichtigt. Hinzu kommt soziales Engagement, aber auch besondere persönliche Umstände spielen eine Rolle.

Dennoch fasste sich Iacob ein Herz, nahm ihren Mut zusammen und reichte eine Bewerbung ein. Umso größer war die Freude, als sie eine Zusage erhielt. Zunächst wurde die Studentin vom Kaiserslauterer Kamera-Hersteller Mobotix gefördert; im Anschluss vom Technikkonzern Bosch, der es ihr auch ermöglichte, ein Praktikum in seinem Werk im saarländischen Homburg zu absolvieren.

Knüpft Kontakte und stellt Fragen. Dazu gehört zwar ein bisschen Mut, aber es lohnt sich.

Anca Iacob

Nach dem Bachelorabschluss hat Iacob direkt mit ihrem Masterstudium begonnen und sich wieder für das Stipendium beworben.
Diesmal war IBM ihr Förderer. Das Deutschlandstipendium ist auch aus Sicht des Unternehmens eine lohnende Sache: „Wir fördern das Deutschlandstipendium, weil Bildung heute einer der bedeutendsten Erfolgsfaktoren ist“, sagt Annette Baumanns-Enders, die das Stipendienprogramm bei IBM koordiniert. „Junge Talente zu fördern ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Als Unternehmen sehen wir im Deutschlandstipendium auch die Möglichkeit, hochqualifizierten Nachwuchs für uns als Arbeitgeber zu interessieren.“ Das Unternehmen bietet seinen Stipendiaten ein begleitendes Curriculum an, das Coaching, IT-Informationstage und die Teilnahme an Karriereveranstaltungen umfasst. „Die vielen Angebote haben mir gefallen“, sagt Iacob. Eine Veranstaltung ist der Wirtschafsingenieurin besonders in Erinnerung geblieben: Als eine von drei Deutschlandstipendiaten ist sie von IBM nach Amsterdam zum „Best Students Recognition Event“ eingeladen worden. Am dortigen Firmensitz konnte die  internationale Studierendengruppe einen Einblick in strategische IT-Themen wie „Cognitive Solutions“ und „Cloud Computing“ gewinnen. „Außerdem gab es viele Workshops und Vorträge, etwa über Einstiegsmöglichkeiten im Unternehmen“, sagt Iacob. „Aber auch andere Themen standen auf dem Programm, zum Beispiel Lebensmittelverschwendung und Nachhaltigkeit.“

Mit Nachhaltigkeit hat sich die Studentin auch im Studium beschäftigt. „Meine Schwerpunkte lagen beim Finanz- und Produktionsmanagement“, sagt sie. Ihre Masterarbeit hat sie bei Professorin Dr. Katharina Spraul im Fachgebiet Sustainability Management zum Thema Nachhaltigkeit bei Investmentfonds geschrieben.

Mit dem Abschluss in der Tasche hat sie sich bei IBM beworben und Erfolg gehabt. „Ich arbeite heute im Produktionsmanagement und mache das, was ich im Studium gelernt habe“, sagt sie. „Am Anfang musste ich hin und wieder einen Blick in meine Bücher von der Uni werfen“, schiebt sie schmunzelnd hinterher. Für den Konzern ist sie viel unterwegs, vor ein paar Wochen noch bei einem Automobilhersteller in Deutschland, mittlerweile in Finnland. An den Wochenenden ist sie aber in der Pfalz zu Hause. „Ich lebe an der Weinstraße und fühle mich hier sehr wohl“, sagt sie. Mit ehemaligen Kommilitonen, die damals auch mit dem Deutschlandstipendium gefördert wurden, hält sie immer noch Kontakt. „Wir treffen uns regelmäßig, zum Beispiel zum Mittagessen in Kaiserslautern.“

Die Chancen, die ihr das Stipendium gebracht haben, weiß sie sehr zu schätzen: „Nicht nur für die Karriere, sondern auch für das Netzwerk, das ich mir dadurch aufbauen konnte.“ Den aktuellen und künftigen Stipendiaten empfiehlt sie, die Angebote aller Förderer wahrzunehmen und sich untereinander zu vernetzen. „Knüpft Kontakte und stellt Fragen. Dazu gehört zwar ein bisschen Mut, aber es lohnt sich.“

Auf dem Foto zu sehen: Anca Iacob (links) gemeinsam mit Annette Baumanns-Enders, die das Stipendienprogramm bei IBM koordiniert.

Die nächste Bewerbungsphase steht an

Die TU Kaiserslautern engagiert sich seit 2011 beim Deutschlandstipendium. Derzeit werden 139 Studierende von 53 Förderern mindestens für ein Jahr nicht nur finanziell, sondern auch mit vielerlei Angeboten unterstützt. Wer sich für das Deutschlandstipendium interessiert, kann sich vom 22. Mai bis 2. Juli für die kommende Förderperiode 2018/19 bewerben. Weitere Infos unter www.uni-kl.de/deutschlandstipendium

Bild des Benutzers Melanie Löw
Erstellt
am 16.04.2018 von
Melanie Löw