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Frischer Wind für Start-ups
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Studentische Teams unterstützen junge Unternehmen

Studis erarbeiten ein Konzept für Start-ups – darum geht es in einem Seminar in den Wirtschaftswissenschaften. Auch der angehende Wirtschaftsingenieur Nico Au ist dabei. Das Team um den Studenten beschäftigt sich mit einer Online-Plattform, die Menschen ähnlich wie bei der Nachbarschaftshilfe zusammenbringt.  

Von Unispectrum live • Melanie Löw

„Ich spiele schon mit dem Gedanken, mich nach dem Studium selbstständig zu machen“, sagt Nico Au. Der 23-Jährige ist im ersten Semester des Masterstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen an der TUK. Daher habe er sich auch bewusst für die Vertiefungsrichtung Entrepreneurship entschieden. So ist er auch auf die Veranstaltung „Business Developing“ am Lehrstuhl von Professor Dr. Matthias Baum aufmerksam geworden.

Baum und sein Team bieten jedes Sommersemester ein Seminar an, das studentische Gruppen und Start-ups zusammenbringt. Die Studierenden erhalten von den Unternehmen eine Aufgabe. Dabei handelt es sich um eine Fragestellung aus dem beruflichen Alltag, für die es gilt, eine Lösung zu finden. Das Team um Au wird sich in den kommenden Wochen mit der Webplattform „MySkillX“ befassen, die Dr. Christian Classen im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat.

„Das Webangebot funktioniert ähnlich wie die klassische Nachbarschaftshilfe“, sagt Classen. „Jeder, der möchte, stellt dort ein Profil mit seinen Fähigkeiten ein.“ Auf der anderen Seite können sich aber auch Nutzer eintragen, die Hilfe bei etwas brauchen, sei es beispielsweise beim Rasenmähen, beim Sprachenlernen oder der Gestaltung von Geburtstagskarten. „Ein Algorithmus erkennt Übereinstimmungen bei Angeboten und Gesuchen. Die Leute werden in der Folge per Push-Nachricht informiert“, fährt der Jungunternehmer fort. Für erbrachte Leistungen erhalten Nutzer innerhalb der Plattform eine Vergütung in einer systemeigenen Währung. „Damit können sie wiederum Hilfe von anderen in Anspruch nehmen“, erläutert er. „Es handelt sich um ein multilaterales Prinzip, bei dem Hilfe innerhalb des Netzwerks in Anspruch genommen werden kann. Leistungen werden nicht nur zwischen zwei Personen ausgetauscht.“

Im Rahmen des Seminars wird das Team um Au sich damit befassen, welche Erlösmodelle für die Plattform geeignet sind. „Sie können sich an den Finanzmodellen von ähnlichen Online-Portalen oder Netzwerken wie Facebook und Xing orientieren“, nennt Classen als Beispiel. Zur Seite steht den Studis außerdem noch ein Mentor aus der beruflichen Praxis. „Mit ihm wollen wir unser gesamtes Konzept durchsprechen, wenn wir es erstellt haben“, sagt Au weiter.

Für den Studenten liegen die Vorteile des Seminars auf der Hand: „Wir haben hierbei Einblick in die Berufspraxis und haben Kontakt zu Gründern, mit denen wir uns austauschen können.“

Aber auch für die Start-ups bietet die Veranstaltung an der TUK einen Mehrwert. „Man bekommt auch kreativen Input von anderer Seite. Es ist wie ein frischer Wind, ein anderer Blick auf das eigene Projekt“, sagt Jurist Classen, der während seines Studiums als studentischer Unternehmensberater gearbeitet hat und sich daher gut in die Situation der Teams hineinversetzen kann. „Mir hat das damals viel geholfen“, fährt er fort. „Auch arbeite ich gerne mit jungen Menschen zusammen und möchte ihnen damit neue Wege aufzeigen.“ 

Ihre Ergebnisse werden die studentischen Teams bei ihrer Abschlussveranstaltung im Juni vorstellen. Bis dahin kommt noch einiges an Arbeit auf sie zu. „Wir haben uns die Aufgaben aufgeteilt, sonst wird es eng. Wir setzen uns regelmäßig zusammen und tauschen uns aus“, fährt Au fort. Und wer weiß: Vielleicht hilft ihm das Seminar wirklich, auf dem Weg zum eigenen Unternehmen.

Über das Seminar:

Der Lehrstuhl Entrepreneurship arbeitet bei diesem Seminar eng mit der „Wissensfabrik  Unternehmen für Deutschland e.V.“ zusammen. Die Initiative von Unternehmen und Stiftungen engagiert sich für Bildung von Kindern und Jugendlichen sowie Unternehmertum in Deutschland. Das bundesweite Netzwerk der deutschen Wirtschaft zählt mehr als 130 Mitglieder aller Branchen und Größen. Ziel ist es, den Austausch zwischen Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und Wissenschaft zu fördern, um so die Innovationsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Ludwigshafen begleitet junge Unternehmer bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen mit einem Mentoringprogramm und mit der Gründerinitiative WECONOMY.

Mehr unter www.wissensfabrik.de