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Neuer Masterstudiengang:
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TU bildet Mathematiker für die Finanz- und Versicherungsbranche aus

Sie bestimmen faire Preise und Prämien für Finanz- und Versicherungsprodukte, sie bewerten deren Risiken, sie entwickeln geeignete Finanzmarktmodelle, untersuchen Anlagestrategien und entlarven Betrugsversuche – die Aufgaben von Finanz- und Versicherungsmathematikern sind vielseitig. Ab dem kommenden Wintersemester bietet die TU Kaiserslautern den Masterstudiengang Finanz- und Versicherungsmathematik an. Das Studium verbindet Mathematik und Wirtschaftswissenschaften. Absolventen arbeiten unter anderem bei Banken, Versicherungen und Unternehmensberatungen. Wer interessiert ist, kann sich noch bis zum 31. August bewerben.

Von Unispectrum live • Melanie Löw

Wie kalkuliert man Prämien von Versicherungsverträgen? Welche Rücklagen muss ein Versicherungsunternehmen bilden, um die versprochenen Leistungen zahlen zu können? Wie können Unternehmen ihre Finanzrisiken effizient bewerten? Welchen Anforderungen muss ein gutes Finanzmarktmodell genügen? Was sind realistische Renditeversprechen? Sind Kapitalgarantien eigentlich gut oder schlecht? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Finanz- und Versicherungsmathematiker; sie kombinieren dabei Wissen aus zwei Bereichen. Ein gutes Beispiel dafür ist die „Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PIA)“, die dieses Jahr in Kaiserslautern ihre Arbeit aufgenommen hat, auf Initiative von Professor Dr. Ralf Korn vom Lehrstuhl für Finanzmathematik. Im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen wird sie alle geförderten Produkte zur Altersvorsorge in sogenannte Chance-Risiko-Klassen einordnen. In der Finanz- und Versicherungsindustrie wird es zunehmend wichtiger, vertiefte Kenntnisse in Finanz- und Versicherungsmathematik zu haben, ergänzt durch ein Verständnis für wirtschaftlichen Zusammenhänge. Darauf werden die Studentinnen und Studenten im neuen viersemestrigen Masterstudiengang an der TU vorbereitet. „Unser Studienangebot befasst sich vertieft mit Finanz- und Versicherungsmathematik“, sagt Professor Dr. Jörn Saß vom Lehrstuhl für Finanzmathematik, der sich für den Studiengang verantwortlich zeichnet. Auf dem Lehrplan stehen darüber hinaus Vorlesungen und Seminare zu Wirtschaftswissenschaften und Statistik, vorwiegend in englischer Sprache. Zudem müssen die Studentinnen und Studenten ein eigenes Projekt, beispielsweise im Rahmen eines Unternehmenspraktikums, selbstständig bearbeiten. „Sie profitieren zudem davon, dass wir eng mit dem nahegelegenen Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik zusammenarbeiten“, ergänzt Korn. „In Kaiserslautern kann somit eine umfassende, in die Tiefe gehende mathematische Ausbildung in diesen Bereichen mit einem starken Bezug zu den praktischen Erfordernissen geboten werden.“ Nach dem Abschluss können die Absolventen in der Finanz- und Versicherungsbranche arbeiten. „Die Berufsaussichten sind sehr gut“, so Saß weiter. „Auch bei Unternehmensberatungen, Kontrollbehörden oder Forschungseinrichtungen sind solche Experten gefragt.“ – Wen es in die Forschung zieht, kann nach der Masterarbeit auch eine Promotion an der TU anschließen. Studieninteressierte aus dem In- und Ausland sollten einen Bachelorabschluss in Wirtschaftsmathematik mitbringen oder in Mathematik mit dem Nebenfach Wirtschaftswissenschaften. Auch ähnliche Abschlüsse kommen in Betracht. Eine Aufnahme des Studiums ist jeweils zum Winter- und zum Sommersemester möglich.

Fachebereiche Mathematik und Wirtschaftswissenschaften

https://www.youtube.com/watch?v=hwoBTWMQ9DU
https://www.youtube.com/watch?v=DI9fKbdYGWo
Bild des Benutzers Julia Väth
Erstellt
am 30.05.2016 von
Julia Väth

Ansprechpartner

Dr. Christoph Lossen Gebäude 48 Raum 511 E-Mail: dekanat@mathematik.uni-kl.de